Mittwoch, 25. Mai 2011

Ängste

"Komm schon, wir gehen zusammen hin. Ich bringe dich."
"Ich will und ich kann nicht, ehrlich nicht!"
Er versuchte mich schon eine ganze Weile zu überreden zur Schule zu gehen, doch ich konnte kaum atmen.
Die Panik hatte mich überfallen und jeder Gedanke das Haus zu verlassen brachte mir Tränen in die Augen.
Er seufzte ins Telefon. Ich bereute es ihn einmal angefleht zu haben mich morgens mit einem Anruf zu wecken, damit ich mich nicht so allein fühlte, wenn ich Zuhause schlief.
"Es tut mir leid, ich schaffe es wirklich nicht."
"Ist schon okay, mach dir keinen Kopf. Soll ich nach der Arbeit vorbei kommen?" Er klangt besorgt.
"Mir geht's gut. Das heißt, solange ich Zuhause bin. Dann geht es, wirklich. Aber wäre schön, wenn du später noch Zeit und Lust hättest herzukommen. Du findest mich dann auf dem Boden liegend, falls du suchst. Ist gemütlich hier."
"Klar, habe ich Lust. Und dann probiere ich den Boden auch mal aus. Ich rufe dich danach nochmal an."

Die Ängste. Sie trieben mich in den Wahnsinn, sie warfen mich auf den Boden. Und nur ich konnte mich da dann wieder hochziehen - oft mit Hilfe, aber den größten Teil musste ich alleine erledigen.
Ich musste den Willen irgendwoher nehmen weiter zu machen. Äußerlich ging es mir auch ganz gut in letzter Zeit. Viele würden sogar sagen: "Ich beneide dich um deine Freiheiten."
Aber manchmal können selbst Freiheiten einen überfordern.